ANSATZ

Unser Warum

Psychische Erkrankungen gelten als eine der größten Gesundheitsherausforderungen des 21. Jahrhunderts. Immer häufiger sind Kinder und Jugendliche betroffen. Eine Studie der DVK zeigt, dass jedes 4. Schulkind psychische Auffälligkeiten aufweist. Verschärft wird diese Situation durch die aktuelle Coronakrise. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, die benachteiligt sind. Zum Beispiel durch Armut und Armutsrisiko oder psychische Vorbelastung. Dabei darf nicht vergessen werden, dass jedes 5. Kind in Deutschland Armut erfährt.

Bewegungsangebote und Sport können dem entgegensteuern. Regelmäßige Bewegung wirkt wie ein Schutzfaktor – für die Seele und den Körper.

Findet der Sport in der Natur und vor allem im oder am Wasser statt, wird die positive Wirkung noch einmal verstärkt. Vor allem mit Trendsportarten ist es leichter, Kinder und Jugendliche zu erreichen.

Neben der verbesserten körperlichen Fitness trägt Sport in Kombination mit Jugendsozialarbeit vor allem zur Entwicklung der Persönlichkeit bei. Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, Teamgeist und Fair-Play sind alles Eigenschaften, die der Sport vermittelt.

Wie? – Mit Wellen bewegen

In unseren Projekten kombinieren wir Sport, Natur, Bildung. Unser Ziel ist es, dass die Teilnehmer*innen ihre Persönlichkeit weiterentwickeln. Unsere Projekte umfassen sowohl Elemente der Sport- und Erlebnispädagogik sowie der Therapie. Die Umsetzung findet im urbanen Raum und in der Natur statt. Die Teilnehmer*innen sind zwischen 11-18 Jahre alt. Aktuell kooperieren wir mit einer großen Unterkunft für wohnungslose Familien und Einzelpersonen.

Aufbau der Projekte

Der Aufbau der Projekte ist ähnlich, variiert allerdings bezüglich der Schwerpunkte und Inhalte je nach Projekt. Alle Projekte gliedern sich in mehrere Phasen. Dazu zählen:

Phase 1: Vorbereitungszeit in Kleingruppen

Im Rahmen einer mehrmonatigen Vorbereitungszeit führen wir die Teilnehmer*innen Stück für Stück an die Herausforderung Surfen heran. Die wöchentlichen Einheiten umfassen  fünf sportspezifische Module. Je nach Projekt wird auch ein bildungsbezogenes Modul zur Umweltpädagogik sowie ein Modul zu sozialen Kompetenzen integriert. Die Sportarten sind Schwimmen (inkl. Schwimmabzeichen Bronze), Selbstbehauptung, Surfskaten, Slacklining sowie Stand-Up-Paddling. Die Umsetzung erfolgt zum großen Teil in den “Naturflächen” der Stadt. Dazu zählen Parks, Flüsse und Seen. Durchgängig integrieren wir pädagogische Handlungsmethoden, die helfen, das Gelernte zu reflektieren und auf den Alltag zu übertragen. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Atemübungen und Gesprächsrunden mit Gefühlskarten, Feedbackrunden und Reflexionen.

Phase 2: Surfcamp an der Nordsee

Im Anschluss an die Vorbereitungszeit geht es an die Nordsee in ein Surfcamp. Neben dem täglichen Surfen organisieren wir pädagogische Maßnahmen zur Erkundung der lokalen Umwelt, wie zum Beispiel eine Wattwanderung. Die in der Vorbereitungszeit bereits genutzten pädagogischen Handlungsmethoden werden fortgeführt.

Das Surfcamp ist das Projekt-Highlight, auf das zum Teil ein Jahr lang hingearbeitet wurde. Das Meer als Therapie-Ort steigert das seelische Wohlbefinden der Jugendlichen. Surfen fordert als eine ganz individuelle Herausforderung unterschiedliche Fähigkeiten ein. Neben der hohen Kraftanstrengung beim Paddeln, dem Balance-Gefühl auf dem Board, gehören geduldiges Abwarten, Fokussieren und ein entschlossenes Handeln sowie Vertrauen und Respekt gegenüber den Wellen zum Lernprozess. Surfen motiviert also nicht nur, das eigene Potential und Selbstbewusstsein zu entfalten, sondern hilft dabei die nötige Selbstwirksamkeit zu entwickeln, um die nächsten wichtigen Schritte, z.B. in Richtung Ausbildung zu gehen.

ABLAUF DER PROJEKTE

Kooperation mit sozialer Einrichtung

Gespräche und Kooperationsvereinbarung

Vorbereitung auf das Surfcamp

zwischen 6 und 10 Monaten, im urbanen Raum. Sportarten: Schwimmen, Selbstbehauptung, SurfSkaten, Slacklinen und Stand-Up-Paddling. Zusätzliche Module Umweltpädagogik und Soziale Kompetenzen

Surfcamp an der Nordsee

Eine Woche Surfcamp an der Nordsee mit täglichem Surfen und Aktivprogramm vor Ort.

Was bedeutet Surftherapie?

Surftherapie verbindet die therapeutische Wirkung des Meeres mit dem Abenteuer des Surfens, um das physische und psychische Wohlbefinden jedes einzelnen zu stärken. In unsere Arbeit nutzen wir eine Kombination aus Surfen mit Elementen der Therapie sowie Pädagogik. 

Wir haben die Wirkung der Sportart Surfen unten zusammengefasst. Wer noch mehr wissen möchte – schaut bei der ISTO – International Surf Therapy Organization, vorbei. 

Die Wirkung der Sportart Surfen

Die Entscheidung, Surfen in den Mittelpunkt unserer Aktivitäten und Programme zu stellen, ist uns leicht gefallen!

Surfen hat eine starke physische Wirkung auf Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft. Surfen ist ein unmittelbares Naturerlebnis und zugleich eine individuelle Herausforderung, die auf dem Weg zum Erfolg unterschiedliche Fähigkeiten beansprucht. Wasser ist ein attraktiver Raum, der die Entwicklung der Wahrnehmung des eigenen Körpers verbessert und zu einer engen Verbindung mit der eigenen Person führt. Deshalb haben schon kleine Fortschritte einen sehr großen Effekt. Durch die Auseinandersetzung mit spezifischen Herausforderungen des Meeres wie Wellen, Strömungen, Geräusche und Gerüche werden mentale Faktoren wie Achtsamkeit für sich selbst und die natürliche Umgebung des Ozeans sowie das eigene Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeit gestärkt. Selbstwirksamkeit umfasst neben der Überzeugung und Motivation eigene Pläne tatsächlich zur Umsetzung zu bringen, auch einen positiven Umgang mit Misserfolgen. 

Das Meer als Therapie-Ort: Das Immunsystem wird durch das Meerwasser gestärkt und  das im Meer enthaltene Magnesium hemmt die Ausschüttung von Stresshormonen.

Die Surftherapie setzt neben dem Erlernen des Sports vor allem die Wirkungselemente zur Linderung krankheitsbedingter Symptome ins Zentrum. Die Stärkung des eigenen Selbstbildes und Durchhaltevermögens, verbunden mit körperlicher Fitness haben positive Einflüsse auf die Umsetzung von Zielen wie Ausbildung, Beziehungen und alltägliche Stressbewältigung.

Die ersten Surfversuche haben etwas sehr symbolisches. Man fällt immer wieder vom Surfbrett und versucht es erneut, fällt wieder und probiert es wieder. Die Wellen waschen dich durch, fordern dich heraus und tragen dich schlussendlich mit.

Nachhaltige Entwicklungsziele x wirmachenwelle e. V.

Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die Sustainable Development Goals (SDGs), richten sich an alle weltweit: Regierungen, die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft. wirmachenwelle e.V. verpflichtet sich ebenso den globalen Nachhaltigkeitszielen und setzt sich bewusst für nachhaltiges Handeln ein. Insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Wohlergehen, Geschlechter Gleichheit, weniger Ungleichheiten und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

Die verwendeten Icons stehen unter CC-BY-SA 3.0-Lizenz der „Deutsche UNESCO-Kommission“ und sind skaliert.

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Mit unseren sportpädagogischen Angeboten fördern wir gezielt das körperliche und psychische Wohlergehen der Teilnehmer*innen. Die angebotenen sportlichen Aktivitäten fördern Bewegung der Kinder und Jugendlichen und eine bewusste Haltung zu Gesundheit, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer. Neben einem regelmäßigen Bewegungsangebot geht es uns darum, dass die Kinder und Jugendlichen durch den Sport Werte und Verhaltensweisen entwickeln, die ihre Persönlichkeit stärken. Dazu zählt die Stärkung der Selbstwirksamkeit, Emotionskontrolle und des Durchhaltevermögens. Wir ermöglichen es vielen unserer wirmachenwelle – Kids eine Woche am Meer zu verbringen. Die Zeit in der Natur, am und im Wasser trägt maßgeblich dazu bei, dass das psychische Wohlergehen gefördert wird. So findet häufig ein Umdenken statt und die Teilnehmer*innen entwickeln einen positiveren Blick auf ihre Zukunft. 

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CC-BY-SA 3.0, UN

Die Geschlechtergleichheit ist ein universelles Menschenrecht. In vielen Ländern dieser Welt sind Frauen und Mädchen beim Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, zur Arbeitswelt oder in ihrem alltäglichen Leben noch nicht gleichberechtigt. Auch wirmachenwelle steht dafür ein, jungen Frauen und Mädchen ebenso wie Männern und Jungen gesellschaftliche und soziale Teilhabe zu ermöglichen. Beim Wellenreiten ist besonders auffällig, dass sehr wenige Frauen und Mädchen die Sportart ausführen. Ebenso nahe Sportarten wie Skaten / Surfskaten sind weiterhin männerdominiert. Wir sprechen in unseren Projekten gezielt Mädchen und junge Frauen an und motivieren diese zur Teilnahme. Ebenso bieten wir auch Einheiten an, die sich speziell an die weiblichen Teilnehmer*innen richten, um die Teilnahme der Mädchen und jungen Frauen zu erhöhen. Wir setzen uns dafür ein, es ihnen zu ermöglichen, sich in der Sportart auszuprobieren, sei es auf einem Skateboard, auf der Indoorwelle im Wellenwerk Berlin oder im Meer. 

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CC-BY-SA 3.0, UN

Die Reduzierung von Ungleichheiten, u.a. gleicher Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, zu Teilhabe am sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben und Chancengleichheit, ist ein Ziel der SDGs. Für viele Menschen ist die Ungleichheit nach wie vor sehr hoch. Das muss geändert werden. Denn alle Menschen sollen ihr Leben selbst bestimmen können. Wir setzen uns für die Förderung von Teilhabechancen durch den Zugang zu unterschiedlichen Sportarten und Sportreisen ein. Wellenreiten ist ein Sport, der nicht für alle Menschen zugänglich ist. Teures Equipment und der Standort Meer oder die Teilnahme an Einheiten auf einer Indoorwelle sind für viele finanziell nicht möglich. Dadurch bleibt Surfen ein Elitesport. Wir möchten das ändern. Durch gezielte Einheiten zur Vorbereitung auf das Surfen im Meer, u.a. Skaten, Surfskaten, SUP, Klettern, Übungen mit Balanceboards und die Bereitstellung von Equipment und qualifizierten Trainer*innen haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, Neues kennenzulernen und sich in den Sportarten auszuprobieren. Dabei steht nicht nur der Spaß im Vordergrund, sondern wir beobachten auch die Entwicklung von Selbstwirksamkeit, Stressresistenz, Umgang mit Frustration und Durchhaltevermögen. Dies befähigt die Teilnehmer*innen, die erlernten Kompetenzen auch in den Alltag mitzunehmen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. 

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CC-BY-SA 3.0, UN

Das 17. Ziel „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ schafft die Bedingungen für Nachhaltigkeit auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene. Das Prinzip „niemanden zurückzulassen“ („leave no one behind“, LNOB) beschreibt die gemeinschaftliche Verantwortung, alle Menschen auf dem Weg zu nachhaltiger Entwicklung mitzunehmen. Wir verschreiben uns diesem Ziel. Im Projekt WeMakeWaves arbeiten wir mit der STK118 als lokalem Standortpartner zusammen. Es handelt sich um eine Unterkunft für Wohnungslose in Berlin, von denen 90% der Bewohner*innen Migrationshintergrund, und/oder Fluchterfahrung haben. Wir konzentrieren uns hier auf Menschen, deren Teilhabe am sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben benachteiligt ist und möchten diese gezielt fördern durch einen gleichberechtigten Zugang zu Sport- und Freizeitaktivitäten.