Unser Warum

Psychische Erkrankungen gelten als eine der größten Gesundheitsherausforderungen des 21. Jahrhunderts. Immer häufiger sind Kinder und Jugendliche betroffen. Eine Studie der DVK zeigt, dass jedes 4. Schulkind psychische Auffälligkeiten aufweist. Verschärft wird diese Situation durch die aktuelle Coronakrise. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche, die benachteiligt sind. Zum Beispiel durch Armut und Armutsrisiko oder psychische Vorbelastung. Dabei darf nicht vergessen werden, dass jedes 5. Kind in Deutschland Armut erfährt.

Bewegungsangebote und Sport, können dem entgegen steuern. Regelmäßige Bewegung wirkt wie ein Schutzfaktor – für die Seele und den Körper.

Findet der Sport in der Natur und vor allem im oder am Wasser statt, wird die positive Wirkung noch einmal verstärkt. Vor allem mit Trendsportarten ist es leichter, Kinder und Jugendliche zu erreichen.

Neben der verbesserten körperlichen Fitness trägt Sport in Kombination mit Jugendsozialarbeit vor allem zur Entwicklung der Persönlichkeit bei. Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, Teamgeist und Fair-Play sind alles Eigenschaften, die der Sport vermittelt.

Factsheet “Kinderarmut in Deutschland ”  Bertelsmann Stiftung (2020)

 

Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit (2019)

 

COPSY-Studie zu Auswirkungen von Covid-19 (2020)

Wie? – Mit Wellen bewegen

Wir setzen mehrere sport- und erlebnispädagogische Projekte um. In unseren Projekten kombinieren wir Sport, Natur, Bildung. Ziel ist es, dass die Teilnehmer/innen ihre Persönlichkeit weiterentwickeln. Unsere Projekte umfassen sowohl Elemente der Sport- und Erlebnispädagogik sowie der Therapie. Die Umsetzung findet im urbanen Raum und in der Natur statt. Die Laufzeit variiert zwischen 6 und 10 Monaten und die Teilnehmer/innen sind zwischen 11-18 Jahre alt. Wir kooperieren mit sozialen Einrichtungen der Jugendhilfe sowie Schulen mit einer Förderschwerpunkt.

Aufbau der Projekte

Der Aufbau der Projekte ist ähnlich, variiert bezüglich der Schwerpunkte und Inhalte je nach Projekt. Alle Projekte gliedern sich in mehrere Phasen. Dazu zählen:

Phase 1: Vorbereitungszeit in Kleingruppen

Im Rahmen einer mehrmonatigen Vorbereitungszeit führen wir die Teilnehmer/innen Stück für Stück an die Herausforderung Surfen heran. Die wöchentlichen Einheiten umfassen  fünf sportspezifische Module. Je nach Projekt wird auch ein bildungsbezogenes Modul zur Umweltpädagogik sowie ein Modul zu Sozialen Kompetenzen integriert. Die Sportarten sind Schwimmen (inkl. Abnahme des Schwimmabzeichen Bronze), Selbstbehauptung, Surfskaten, Slacklining sowie Stand-Up-Paddling. Die Umsetzung erfolgt zum großen Teil in den “Naturflächen” der Stadt. Dazu zählen Parks, Flüsse und Seen. Durchgängig integrieren wir pädagogische Handlungsmethoden, die helfen, das Gelernte zu reflektieren und auf den Alltag zu übertragen. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Atemübungen und Gesprächsrunden mit Gefühlskarten, Feedbackrunden und Reflektionen.

Phase 2: Surfcamp an der Nordsee

Im Anschluss an die Vorbereitungszeit geht es in das 7-tägige Surfcamp an die Nordsee (z.B. Sylt). Hier kommen mehrere Kleingruppen aus der Vorbereitungszeit zusammen. Neben dem täglichen Surfen organisieren wir pädagogische Maßnahmen zur Erkundung der lokalen Umwelt, wie zum Beispiel eine Wattwanderung. Die in der Vorbereitungszeit bereits genutzten pädagogischen Handlungsmethoden werden fortgeführt.

Das Surfcamp ist das Projekt-Highlight, auf das mehrere Monate hingearbeitet wurde. Das Meer als Therapie-Ort steigert das seelische Wohlbefinden der Jugendlichen. Surfen fordert als eine ganz individuelle Herausforderung, unterschiedliche Fähigkeiten ein. Neben der hohen Kraftanstrengung beim Paddeln, dem Balance-Gefühl auf dem Board, gehören geduldiges Abwarten, Fokussieren und ein entschlossenes Handeln sowie Vertrauen und Respekt gegenüber den Wellen zum Lernprozess. Surfen motiviert also nicht nur, das eigene Potential und Selbstbewusstsein zu entfalten, sondern hilft dabei die nötige Selbstwirksamkeit zu entwickeln, um die nächsten wichtigen Schritte, z.B. in Richtung Ausbildung zu gehen.

Phase 3: Nachbereitung und Social Surfers Berlin

Im Anschluss an das Surfcamp wird mit den Teilnehmer/innen das Erlebte bearbeitet. Ziel ist die langfristige Integration der Kinder und Jugendlichen in die Projekte von wirmachenwelle e. V.. Deshalb starten wir ab Herbst 2021 ein offenes Angebot (Social Surfers Berlin) in Berlin Lichtenberg. Social Surfers Berlin ermöglicht es ehemaligen Teilnehmer/innen weiterhin einmal pro Woche zu uns zu kommen und steht Kindern – und Jugendlichen aus ganz Berlin offen. Zudem finden in regelmäßigen Abständen Indoor Surf Sessions im Wellenwerk Berlin statt.

Hier geht's zu unseren Projekten

ABLAUF DER PROJEKTE

Kooperation mit sozialer Einrichtung

Gespräche und Kooperationsvereinbarung

Vorbereitung auf das Surfcamp

zwischen 6 und 10 Monaten, im urbanen Raum. Sportarten: Schwimmen, Selbstbehauptung, SurfSkaten, Slacklinen und Stand-Up-Paddling. Zusätzliche Module Umweltpädagogik und Soziale Kompetenzen

Surfcamp an der Nordsee

Eine Woche Surfcamp an der Nordsee mit täglichem Surfen und Aktivprogramm vor Ort.

Nachbereitung & offenes Angebot in Berlin

Gelerntes wird angewendet, Teilnehmer/innen bleiben langfristig dabei.

Was bedeutet Surftherapie?

Surftherapie verbindet die therapeutische Wirkung des Meeres mit dem Abenteuer des Surfens, um das physische und psychische Wohlbefinden jedes einzelnen zu stärken. In unsere Arbeit nutzen wir eine Kombination aus Surfen mit Elementen der Therapie sowie Pädagogik. 

Wir haben die Wirkung der Sportart Surfen unten zusammengefasst. Wer noch mehr wissen möchte – schaut bei der ISTO – International Surf Therapy Organization, vorbei. 

Hier gehts zur ISTO

Die Wirkung der Sportart Surfen

Die Entscheidung Surfen in den Mittelpunkt unserer Aktivitäten und Programme zu stellen, ist uns leicht gefallen!

Surfen hat eine starke physische Wirkung auf Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft. Surfen ist ein unmittelbares Naturerlebnis und zugleich eine individuelle Herausforderung, die auf dem Weg zum Erfolg unterschiedliche Fähigkeiten beansprucht. Wasser ist ein attraktiver Raum, der die Entwicklung der Wahrnehmung des eigenen Körpers verbessert und zu einer engen Verbindung mit der eigenen Person führt. Deshalb haben schon kleine Fortschritte einen sehr großen Effekt.  Durch die Auseinandersetzung mit spezifischen Herausforderungen des Meeres, wie Wellen, Strömungen, Geräusche und Gerüche, werden mentale Faktoren wie Achtsamkeit für sich selbst und die natürliche Umgebung des Ozeans sowie das eigene Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeit gestärkt. Selbstwirksamkeit umfasst neben der Überzeugung und Motivation eigene Pläne tatsächlich zur Umsetzung zu bringen ,auch einen positiven Umgang mit Misserfolgen. 

Das Meer als Therapie-Ort: das Immunsystem wird durch das Meerwasser gestärkt und  das im Meer enthaltene Magnesium hemmt die Ausschüttung von Stresshormonen.

Die Surftherapie setzt neben dem Erlernen des Sports vor allem die Wirkungselemente zur Linderung krankheitsbedingter Symptome ins Zentrum. Die Stärkung des eigenen Selbstbildes und Durchhaltevermögens verbunden mit körperlicher Fitness haben positive Einflüsse auf die Umsetzung von Zielen wie Ausbildung, Beziehungen und alltägliche Stressbewältigung.

Die ersten Surfversuche haben etwas sehr symbolisches. Man fällt immer wieder vom Surfbrett und versucht es erneut, fällt wieder und probiert es wieder. Die Wellen waschen dich durch, fordern dich heraus und tragen dich schlussendlich mit.