Adventure CampAllgemein

Das Adventure Camp 2019 – Der Blog

By 16/07/2019 July 31st, 2019 No Comments
Picture Credit: Daniel Espirito Santo

Was ist passiert im Adventure Camp 2019?

Lest hier Erfahrungen und Erlebnisse aus Sicht von Teilnehmer/innen, Volunteers und Mitarbeiter/innen.

 

Am 19.06.2019, gleich nach Schulschluss, ging es für unsere diesjährigen wirmachenwelle Teilnehmer/innen in den Bus zum Flughafen. Nach 6 Monaten Training an Land hieß es nun endlich Meeresluft schnuppern!

In dem kleinen portugiesischen Küstenörtchen Lourinhā bezogen alle am Mittwochabend die Unterkunft.

Spannung lag in der Luft, am nächsten Morgen sollte es in der Früh auf die Bretter gehen.

Für beide Seiten war dieser Tag wohl der spannendste, nach 6 Monaten Planung und Vorbereitung haben sich alle Beteiligten gleichermaßen auf ein Abenteuer eingelassen. Und dann kam der alles entscheidende Moment im Wasser. Früh sind wir alle aufgestanden haben mit den Surflehrer/innen die Wetsuits und Bretter ausgesucht und sind zum Strand marschiert.

Nach dem Aufwärmen haben wir erst einmal zusammen den Weg ins Wasser gewagt. Sich langsam mit dem gewaltigen Riesen „Ozean“ vertraut gemacht. Wie eine lange Kette standen alle Hand in Hand bis zum Bauch im Meer und wurden von den Wellen vor und zurück geschoben, gleich einem Fischernetz das fest zusammenhält, riss die Verbindung nicht. Es war schnell klar, dass hier eine Gemeinschaft entsteht.

Und dann endlich mit dem Brett ins Wasser, nicht alle waren gleich euphorisch aber alle gleichermaßen fasziniert von der Kraft des Meeres und der Anziehungskraft des Sports- es funktionierte.

Jede Form der Antihaltung löste sich einfach auf und jeder/e war in seinem/ihrem eigenen „Channel“ gefesselt von der Magie der Welle.

Ihr wollt wissen was sonst noch im Adventure Camp 2019 passiert ist? – Dann lest hier die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse, verfasst von unseren Mitarbeitern, Volunteers und Teilnehmern!


 

JANA: “Eine pure Injektion Glück”

 

Als Johanna meinen Koffer sieht, macht sie Augen und zwar große „ich hab dir nur 10kg dazu gebucht!“ „Aber du hast doch gesagt jeder von uns hat 20kg Aufgabegepäck?“ „Ja aber am Freitag meintest du doch, du brauchst nicht so viel“ „Ja falls ihr mir noch was von euch mitgeben wolltet…“ Professionelle KOMMUNIKATION – jap, genau dafür bin ich bei wirmachenwelle angestellt!

Am Schalter versuchen wir das Übergewicht des Koffers so elegant wie möglich zu ignorieren-läuft doch!

Im Flugzeug bin ich richtig aufgeregt. Unsere und meine Arbeit der letzten 6 Monate werden nun auf die Probe gestellt.

Picture Credit: Daniel Espirito Santo

Um den Surfsport ranken sich Mythen, jeder kennt irgendeine Geschichte von einem „Dude“ der surft oder bringt sogar ein persönliches Gefühl damit in Verbindung und wenn es nur die O´Neill Shorts oder Vans Schuhe sind, die einen unbewusst in die Welt der Boards katapultieren, doch eine Frage bleibt dabei oft unbeantwortet. Was macht das Surfen eigentlich so besonders und welche Komponenten eignen sich zur sozialen Arbeit oder sogar Therapie? Und warum unterscheidet er sich emotional so sehr von anderen Wassersportarten?

Genau diese Fragen habe ich versucht von Land aus zu beantworten – auf unseren Social Media Kanälen, der Website und in Werbeflyern. Und jetzt war die Zeit da, in denen meine Texte und Sprüche auf ihre Praxis-Gültigkeit geprüft wurden.

Nachdem wir mit dem Team vorgeflogen sind, um alles für den Campstart vorzubereiten, war es dann 3 Tage später auch endlich für die Teilnehmer/innen so weit. Rosalie und ich fuhren zum Flughafen, um sie abzuholen. Einige sind noch nie geflogen oder waren am Meer. Mit Begrüßungsschild und wirmachenwelle Shirts, warteten wir am Ausgang des Lissabonner Flughafens, entgegen kam uns bald ein Truppe aufgeregter Jugendlicher und erschöpfter Betreuer:) Alle erzählen durcheinander und berichten von der Reise. Auf dem Weg zum Bus versucht man uns geschickt zu entlocken, ob wir sogar heute Abend noch surfen gehen.

Wie lange fahren wir noch? Fragt Berin zum hundertsten Mal „Ich weiß es nicht“, gibt Rosalie zurück. „Rosalie, wie lange fahren wir jetzt noch? „Berin, frag doch den Busfahrer!“ Ab jetzt wird sich das Haus mit Leben füllen, denke ich noch grinsend auf der Fahrt zur Unterkunft.

Die Woche vergeht wie im Flug und es gibt kaum Probleme oder Schwierigkeiten. Während der „Halbzeit“ merkt man bei einigen, dass die Anstrengungen im Wasser und das straff geplante Programm zu verfrühten Müdigkeitsattacken beim Abendessen führen:)

Am Ende des Camps gibt es Jugendliche aus Berlin, die eine ganze Reihe Antworten auf die Frage haben, warum Surfen besonders ist, wir haben sie sogar gesammelt.

Hier ist meine: Es funktioniert, weil es viel weniger mystisch als simpel und natürlich ist. Die einzigartige Mischung aus dem Element Wasser, der Natur, einer heterogenen, neuen Gruppe und die Distanz zum Heimatort und Alltag in Berlin, ist wie ein Rezept, das man nicht so einfach nach backen kann. Bei den meisten wirkt es nahezu wie eine pure Injektion „Glück“ und in den Interviews mit den Teilnehmern/innen höre ich am Ende des Camps euphorische Worte über den Sport.

Auch ich habe gelernt, dass man eigentlich nicht mehr als die Natur, Freunde und Bewegung braucht, um sich gut zu fühlen.

 

 

Mein Fazit: Aufgestanden sind sie letztlich ganz alleine, nur ein bisschen anschubsen musste man sie!